deutsch | english

Open for Enrolment in Kindergarten and School:

Schedule for your
private school tour: 
admission@germanschool.co.ke

More information &
application form:
English here  - German hier

Speiseplan Cafeteria





Termine

24.09.2018
1. päd. Tag, unterrichtsfrei, Schüler erhalten Aufgaben
1. paed. day, no lessons, pupils receive tasks

25.09.2018
Musikworkshop PASCH (Spiegelsaal/Turnhalle)
Music Workshop PASCH (Mirrors Hall/Gym)

26.09.2018
Schule mit Eltern, Themenabend: Sexualität im Grundschulalter (Spiegelsaal)
School with parents, theme evening: Sexuality at primary school age (Mirror room)

26.09.2018
Festveranstaltung 10 Jahre PASCH (Turnhalle)
Ceremony 10 years PASCH (Gym)

01.10.2018
03.10. Tag der Deutschen Einheit
(01./03.10. unterrichtsfrei)

03.10 Day of German unity
(01./03.10. No lessons)

04.10.2018
2. GK 15.45 Uhr (Spiegelsaal)
2. GK 15.45 Uhr (Mirror hall)

04.10.2018
PA-Sitzung
PA Meeting

06.10.2018
Fortbildung OLK 3
Training OLK 3

10.10.2018
Moi Day (Schulfrei)
Moi Day (No Lessons)

12.10.2018
Kids Lab

12.10.2018
Sportturniere GS
Sport tournament

12.10.2018
Schulversammlung
School meeting

15.10.2018
Herbstferien
(20.10.: Mashujaa Day- ehem. Kenyatta Day)

Autumn Holiday
(20.10.: Mashujaa Day- former Kenyatta Day)

22.10.2018
VS-Sitzung
VS-Meeting

23.10.2018
Erster Schultag
First day at school

23.10.2018
Besuch der Nairobi Academy (DSN@NA)
Visit to the Nairobi Academy (DSN@NA)

23.10.2018
Projekt HÖXTER
Project HÖXTER

24.10.2018
Frau Seite SL-Tagung Beirut
Ms. Seite in Beirut

24.10.2018
SchilF DaF/DFU

27.10.2018
Aufführung "Heimat" mit Schülern der deutschen Partnerschule und den Starkids- Schülern
Performance "home" with pupils of the German partner school and the Starkids pupils

Sara Kunath (April - Juli 2018)

Die Deutsche Schule Nairobi (DSN) begrüßte mich mit einem jungen und offenen Lehrerkollegium. Alle Pädagogen gaben mir nicht nur fachliche Hinweise, sondern auch gute Ratschläge zum Leben außerhalb des Schulalltags. Auf der Suche nach Vorschlägen für Freizeitgestaltung, Tipps und Tricks für Unternehmungen, Ausflüge rund um Kenia oder kulinarische Empfehlungen konnte mir stets jemand weiterhelfen (ein großes Dankeschön an dieser Stelle).

Da ich im Praktikantenhaus auf dem Schulgelände wohnen durfte, kam ich nicht mit den berühmt- berüchtigten kenianischen traffic jams ins Gehege und schaffte es in fünf Minuten zur Schule. Im Zusammenleben mit den anderen Interns bauten sich schnell Freundschaften auf, weil man sich automatisch über schulische Erlebnisse und persönliche Erfahrungen austauschte. Als Gegenleistung für die Unterkunft mit Jugendherbergsflair übernahmen wir die tägliche Mittagsaufsicht in der Mensa.

Obwohl es dort manchmal etwas chaotisch zuging, nicht alle Schüler immer ihren Tisch abwischten, weil sie einem wortwörtlich durch die Lappen gingen, bedeutete dieses Arrangement eine profitable Win- Win- Situation. Für uns gestaltete sich die entgegenkommende Dienstleistung als eine wirklich erträgliche Aufwandsentschädigung. Außerdem konnten wir vielfältige Freizeitaktivitäten in Anspruch nehmen. Der benachbarte Pool lud zum Sonnen und Schwimmen ein (leider hat uns das Wetter etwas im Stich gelassen). Verschiedene AG’S (Badminton, Volleyball) boten einen sportlichen Ausgleich.

Der Tennis-, Fußball-, sowie Basketballplatz konnte genutzt werden. Zudem offeriert die schulinterne Bibliothek ein reichhaltiges Repertoire an unterschiedlichster Lektüre. Darüber hinaus können sich mit einem persönlichen Ausweis auch Spiele oder Filme ausgeliehen werden. Die anderen Praktikanten und ich nutzten die Möglichkeit, um uns mit Gesellschaftsspielen, lokalen Sach- und Unterhaltungsmedieneinzudecken.

Am Anfang des Praktikums haben wir von einer externen Fachkraft ein interkulturelles Training erhalten. Wir waren quasi die „Versuchskaninchen“ für diese neue Methode. Für mich erwies sich diese Weiterbildung als gute Möglichkeit zur Vorbereitung auf das Unbekannte, um die Mentalität von Land und Leuten verstehen zu lernen. Des Weiteren stellte es eine tolle Erfahrung dar, um eigene Stereotype zu hinterfragen und zu ergründen, Gemeinsamkeiten sowie kulturelle Differenzen zu entdecken und diese sensibel zu behandeln. Somit kann ich das Training wärmstens weiterempfehlen.

Für alle Praktikanten gibt es eine aufgeschlossene und junge Betreuerin, die uns unter ihre Fittiche nahm. Anders als ich es von vorherigen Praktika aus Deutschland gewohnt war, wurde mir am Anfang kein Mentor, keine feste Klasse und dementsprechend kein vorgefertigter Stundenplan zugeteilt. Um wirklichkeitsnah auf das zukünftige Berufsleben vorbereitet zu werden, wurde der Fokus auf Eigenorganisation, Flexibilität und Selbstständigkeit gelegt. Ich konnte mir meinen Stundenplanindividuell zusammenstellen, woraus sich dann der zuständige Fach- bzw. Klassenlehrer als Ansprechpartner herauskristallisierte.

Ganz egal, wie weit man in seinem beruf-lichen Werdegang vorangeschritten ist und welche Grundvoraussetzungen man mitbringt, hier darf sich jeder frei entscheiden, wie viele Stunden er hospitieren oder selbst unterrichten möchte. Die Anwesenheitspflicht beläuft sich auf etwa 23 Stunden pro Woche. Einer internationalen Klientel mit einem multikulturell geöffneten Unterricht gerecht zu werden, erwies sich als angenehme Herausforderung und bestärkte mich in meiner persönlichen Unterrichtsführung. Die bunten und facettenreichen Schülerbiographien gestalteten den Unterricht anspruchsvoll, aber auch spannend, exklusiv und einzigartig.

Frau Seite, die Rektorin, betraute eine andere Praktikantin und mich mit einem Projektauftrag, in dem wir in Form von Fragebögen sowohl Schüler- als auch Lehrermeinungen zu einem Leseförderungsprogramm sammelten und auswerteten. Da ein paar leitende Stellen neu besetzt wurden, waren einige Praktikantenangelegenheiten noch nicht eindeutig determiniert. Frau Seite war aber stets für Feedback und Verbesserungsvorschläge offen, sodass diese Belange für unsere Nachfolger kontinuierlich angepasst und gesichert wurden.

Besonders hervorheben kannich die enge Zusammenarbeit der DSN mit externen Fachkräften zur Realisierung der Arbeitsgemeinschaften sowie mit der Schulsozialarbeiterin. Zudem liegen die Schwerpunkte auf teamfördernden Maßnahmen, reflektierenden Gesprächen sowie Schul- und Klassenkonferenzen. Sowohl zu Beginn, in der Mitte als auch am Ende unseres Aufenthalts haben alle Praktikanten mit der Schulleitung ein Evaluationsgespräch geführt, sodass wir uns stets respektiert und gut aufgehoben fühlten. Wer einen Auslandsaufenthalt in Afrika gleichzeitig mit einer Praxiseinheit an einer modernen Schule kombinieren will, ist an der DSN auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

Regina Schneider (Mai - Juli 2018) 

Zum 2. Mai 2018 begann ich mein neunwöchiges Praktikum an der Deutschen Schule Nairobi. Ich wurde sehr herzlich an der Schule aufgenommen. An meinem ersten Praktikumstag zeigte mir unsere Praktikumsbetreuerin Friederike Hönig das sehr weitläufige und schöne Schulgelände sowie die Fachräume. In diesem Zuge wurde ich gleich bei der Schulleitung und den Mathematik- und Physikfachlehrern vorgestellt. Im Laufe der ersten Woche wurde ich auch mit den anderen Lehrkräften bekannt gemacht und erhielt die Möglichkeit in Unterrichtsstunden verschiedener Lehrpersonen zu hospitieren, bevor ich zum Ende dieser Woche meinen Stundenplan zusammenstellte.

Da ich bereits am Ende meines gymnasialen Lehramtsstudiums für die Fächer Mathematik und Physik bin, habe ich meinen Stundenplan so aufgeteilt, dass ich von der siebten bis zur elften Klassenstufe bei drei unterschiedlichen Lehrerkräften hospitierte. Mir wurde dabei mehrmals die Möglichkeit gegeben, mich selbst an eigenen Unterrichtsstunden auszuprobieren und sogar ganze Unterrichts-einheiten durchzuführen. Die sehr kleinen Schülerzahlen - 12 bis 18 Schülern pro Klasse - ermöglichten es mir, die Schüler schnell kennenzulernen. Angenehm aufgefallen ist mir, dass der Klassenzusammenhalt in jeder Klasse sehr ausgeprägt war. Das einzige was mir während meiner Unterrichtsvorbereitung etwas Probleme bereitet hat, war die instabile Internetverbindung auf dem Schulgelände. Hierzu sei aber erwähnt, dass die Schule daran arbeitet, eine flächendeckende, stabile Internetverbindung auf dem Gelände zu realisieren.

Außerhalb meiner Unterrichtsfächer erhielt ich die Chance, mir den IT-Unterricht der 6. Klasse anzusehen und wurde als Praktikantin immer wieder eingeladen an Klassenexkursionen und Projekttagen teilzunehmen. Während meiner Praktikumszeit erlebte ich viele verschiedene Schulveranstaltungen mit, so unteranderem eine Kunstausstellung, das Public Viewing der Deutschlandspiele während der WM und einen Anti-Drogentag.

 

Zu einer der wenigen verpflichtenden Aufgaben der Praktikanten gehörte die Mensaaufsicht, die mir die Möglichkeit bot auch die Grundschüler kennenzulernen. Direkt im Anschluss der Mensaaufsicht wurde uns Praktikanten immer eine warme, kostenlose Mittagsmahlzeit angeboten.

 

Im Lehrerzimmer herrschte stets ein sehr kollegiales Verhältnis und auch als Praktikantin fühlte ich mich von Anfang an respektiert. Was ich besonders schön fand, ist, dass jeder Lehrer mir sofort das „Du“ anbot und mir nicht nur in fachlichen und technischen Fragen weiterhalf, sondern sich auch immer nachmeinem persönlichen Wohlbefinden erkundigte.

Als Praktikantin der Deutschen Schule konnte ich im Praktikantenhaus kostenlos wohnen. Das Haus ist direkt auf dem Schulgelände lokalisiert und mit einer eigenen Küche ausgestattet. Gegenüber der Schule befindet sich der „Village Market“, ein sehr westlich orientiertes Einkaufscenter. Dort habe ich häufig meine Einkäufe erledigt und mich auch ab und an mit den anderen Praktikanten oder Freunden zu einer guten Tasse Kaffee oder einem gemütlichen Gläschen Wein getroffen. Um günstiger einzukaufen, bin ich mehrmals nach Ruaka zu einem lokalen Markt gefahren. Dort kann man nicht nur billiger einkaufen, sondern erlebt gleich etwas mehr „Kenia Feeling“ als im Village Market. Zur Fortbewegung innerhalb Nairobis ist die Dienstleistungsapp Uber sehr zu empfehlen. Alternativ -um einiges günstiger- kann man auch ein Matatu (öffentlicher Transport) nehmen. Dazu sollte man sich aber bereits etwas in der Stadt auskennen, um auch den gewünschten Zielort zu erreichen. Da ich von Anfang an mit den anderen vier Praktikanten zusammenwohnte, entstand unter uns schnell ein sehr freundschaftliches Verhältnis und wir unternahmen auch außerhalb der Schulzeit einiges gemeinsam. So sind wir beispielsweise an einem langen Wochenende an die Küste nach Diani Beach gefahren, waren am Lake Naivasha und erkundeten gemeinsam Nairobi.

Während meiner gesamten Zeit in Kenia fühlte ich mich sehr sicher, habe viel erlebt – sowohl in der Schule, als auch in meiner Freizeit- und kehre jetzt mit sehr guten Erinnerungen an das „Hakuna-Matata- Land“ nach Deutschland zurück, um meine Lehrerausbildung zu beenden. Zu guter Letzt möchte ich der Deutschen Schule Nairobi für die Möglichkeit meines Praktikums und der guten  Betreuung vor Ort danken.

 

Alumni Interview: Harman Bassi Abi, 2017

Interviewer: Zunächst einmal würde ich gerne wissen, was Sie in der Deutschen Schule erreicht haben. Was war hier besonders oder anders? Gibt es etwas, worüber Sie froh und wofür Sie dankbar sind?

Harman: Ja. Hauptsächlich sind das meine Sprachkenntnisse. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier Deutsch gelernt habe und dass ich Deutsch fließend und fast ohne Akzent spreche. Das ist das erste, was mir in Deutschland von den Leuten gesagt wird. Sobald sie hören, dass ich Kenianer bin und die Leute mich dann Deutsch sprechen hören, sind sie stets sehr  beeindruckt. Auch macht dies die Leute sehr freundlich und offen. Ich bin wirklich froh. Wäre ich nicht an dieser  Schule gewesen, hätte ich nicht unter dem deutschen Einfluss gestanden. Die Art und Weise, wie uns hier an der DSN der Unterricht erteilt wurde ist toll.  Die Deutsche Sprache ist großartig; wenn Sie Deutsch gut sprechen.

Interviewer: Weshalb haben sich Ihre Eltern entschieden, Sie zur Deutschen Schule zu schicken? 

Harman:  Meine Eltern haben durch Anzeigen in der Zeitung vom Stipendium Programm erfahren und dachten sich, dass es nichts zu verlieren gibt; ausprobieren könnten wir´s . Also haben wir alle meine Unterlagen eingereicht; ich habe an dem Test teilgenommen und wurde zugelassen. Besucht habe ich die (Deutsche) Schule von der vierten bis zur 12. Klasse.

Interviewer: Welchen Einfluss hatte die Schule auf Sie?

Harman:  Wir haben hier viel recherchiert und geforscht. Zu lernen, wie man recherchiert und forscht, bereitet einen auf die Universität vor, weil man das an der Universität macht. Sie müssen selbständig  Informationen erlangen. Man sitzt nicht nur in der Klasse und hört sich an, was der Professor sagt. Das, was in der Klasse gelehrt wird, sind in aller Regel nur 30% von dem, was dann in den Examen geprüft wird.
In dieser Schule gab es also viele Projekte, die Forschung und Präsentation beinhalteten. Es wurde darauf Wert gelegt, dass wir keine Arbeiten abschreiben sollten.
Vergleiche ich dies mit meinem Bruder, der eine Schule besucht hat, die dem britischen System folgte, so wurden dort kaum Forschungsprojekte durchgeführt. Erst an die Universität hat er gelernt, wie man recherchiert und alle seine Quellen richtig zitiert. Ich weiß es zu schätzen, dass ich die Kunst und die Fähigkeit der Forschung erlernt habe.

Interviewer: Haben Sie Ihr Verhältnis mit Ihren früheren Freunden und Lehrern der Schule aufrechterhalten?

Harman:  Zu den Lehrern nicht so sehr, aber derzeit ist auch das erst Mal, dass ich wieder nach Kenia zurückkomme, seitdem ich zur Universität gehe. Ich stehe aber immer noch in Kontakt mit den meisten meiner Schulfreunde. Vor kurzem haben wir uns alle hier in Nairobi getroffen. Einmal haben wir uns auch alle in Berlin, Deutschland, getroffen, als jemand Geburtstag hatte. Wir sind uns immer noch recht nah.

Interviewer: Was machen Sie jetzt?

Harman:  Ich studiere Physik. Auch arbeite ich ein,- zweimal pro Woche zusammen mit anderen Studenten; das ist sehr gut fürs „Networking“.

Interviewer: Warum sind Sie nach Nairobi zurückgekommen?

Harman:   Um meine Familie zu sehen. Wissen Sie, nach einem Jahr, weg von zu Hause, vermissen ich sie ein wenig. Ich bin einfach glücklich, meine Familie zu sehen. Auch vermisse ich meine Hunde sehr.
 


Meine Zeit in Kenia

Flughafen Frankfurt, 17. August 2017. In wenigen Minuten startet unser Flugzeug in die Ferne. Jeder kennt das Gefühl des Abschiednehmens, des Verlassens. Doch wie heißt es so schön: In jedem Abschied liegt irgendwo auch ein Neuanfang. Für mich heißt es jetzt „Auf Wiedersehen Deutschland!“, denn ich fliege in ein anderes Land. Meine Freunde erzählen anderen Menschen nur: Der Manuel geht für ein halbes Jahr nach Afrika. Wohin genau, das haben sie wahrscheinlich alle schon wieder vergessen.

Aber ich nicht. Ich weiß: In wenigen Minuten fliege ich in die kenianische Hauptstadt Nairobi im Osten Afrikas. Was mich dort erwartet, kann ich nur erahnen, denn ich war schonmal dort. 6 Jahre ist das nun schon her und die Erinnerungen sind langsam verblasst. Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich nicht mehr viel von dem Land. Und jetzt will ich für die nächsten sechs Monate dort leben.

Ich komme morgens früh an und bin nach dem sieben-Stunden Flug ziemlich gerädert. Da hilft der endlose Bürokratismus am Jomo Kenyatta Airport nicht wirklich, meine Laune zu verbessern, jedoch kann ich so gleich schonmal die erste landestypische Eigenheit kennenlernen: In Kenia einzureisen, kann sich manchmal ganz schön in die Länge ziehen...

Mit meiner Familie wohne ich mitten in der kenianischen Metropole in einem Kinderheim, das auch kleine Appartements für Menschen der ganzen Welt anbietet. Unsere Nachbarn kommen also aus aller Herren Länder und arbeiten bei den Vereinten Nationen, in der Entwicklungshilfe oder IT-Branche. Den Aspekt der Multikulturalität bekomme ich in Kenia jeden Tag neu vorgelebt.

Die Deutsche Schule Nairobi liegt nicht weit entfernt von meinem Wohnort, bei meinem ersten Schultag verspüre ich eine Aufregung, natürlich gemischt mit Neugier. Die Schule ist der Ort, an dem ich die nächsten Monate wahrscheinlich die meiste Zeit verbringen werde. Doch die Menschen um mich herum, geben mir von Anfang an das Gefühl, Willkommen zu sein. Die Schulleiterin begrüßt mich im Eingangsbereich; sie sei ja auch neu, sagt sie zu mir.

Die ersten Wochen in der Schule sind aufregend. Jeden Tag erlebe ich Neues, lerne Menschen kennen und ganz allmählich merke ich, dass ich mich eingelebt habe. Die vielen unterschiedlichen Nationalitäten lassen gleichzeitig ein Gefühl der Gemeinschaft und Solidarität entstehen, das ich in dieser warmen Form aus Deutschland schlichtweg nicht kenne. Alles ist irgendwie kleiner, persönlicher und damit auch sympathischer. Wenn ich morgens aufwache spüre ich eine Vorfreude auf den Schultag. Auch das war in Deutschland eher selten der Fall.

Außerhalb der Schule lerne ich die verschiedenen Seiten Kenias kennen: An einem Wochenende unternehmen wir einen Ausflug in den „Nairobi National Park“. Vor den Toren der ostafrikanischen Stadt beobachten wir Büffel, Giraffen und Löwen aus nächster Nähe und doch mitten in der Natur.

Eine wunderschöne Aussicht auf die weite Savanne erhalten wir bei Sonnenaufgang früh am Morgen.

Typisch Afrika halt, werden die meisten sagen. Doch das ist eben nicht alles. Nach einiger Zeit bin ich nicht mehr der oberflächliche Tourist, der mit Kamera durch die Gegend läuft. Ich lerne das Land, dessen Geschichte und vor allem dessen Menschen kennen. Die vielen Begegnungen mit Einheimischen, die mir von ihren Meinungen und Gedanken, von ihren Freunden und Familien und vielleicht auch von ihren Ängsten und Sorgen erzählen, werde ich nie vergessen. Unzählige Gespräche und Momente haben mich geprägt.

Es entsteht ein differenziertes Bild in meinem Kopf. Da gibt es natürlich zum einen die große Armut, die wir immer vor unserem inneren Auge sehen, wenn wir an Afrika denken. Etwa eine halbe Million Menschen wohnen in Kibera, dem größten Slum Afrikas, in Dreck und Armut. Um das zu sehen, muss ich nicht weit fahren. Doch auf dem Weg dorthin fahre ich durch die Viertel Nairobis, in denen die reichsten Kenianer, umgeben von meterhohen Zäunen mit Stacheldraht, leben.

In mir wächst die Erkenntnis, dass dieses Land sehr wohl Geld hat, bei der Verteilung aber einiges schiefläuft. Die reichen Kenianer interessieren sich dafür aber auch nicht, habe ich den Eindruck. Das wissen die Einheimischen hier auch. Dennoch spüre ich unter dem Volk eine nahezu riesige Fröhlichkeit. Wenn ich die Menschen mit Respekt behandle, geben Sie mir das mit dreifacher Freude zurück. Mit der Zeit merke ich, wie sich ein ganz neues Lebensgefühl in mir aufbaut. Ich genieße das Gefühl, weg von Deutschland, und ein Teil von der neuen Kultur in Kenia zu sein.

Religion ist ein wichtiges Thema. Die Menschen haben einen tiefen Glauben, der mich schnell mitreißt. Das gemeinsame Feiern wie zum Beispiel an Weihnachten berührt und belebt. Und wieder einmal wird mir das Gefühl gegeben, dass ich hier dazugehöre. Ich weiß nicht, ob es ein schöneres Gefühl gibt.

Es ist eine Zeit der unzähligen Eindrücke für mich. Weil ich weiß, dass meine Zeit begrenzt ist, versuche ich so viel zu erleben wie möglich. Und sei es nun der abenteuerliche Aufstieg auf den Mount Kenya oder die gemeinsame Zeit mit anderen Jugendlichen in meinem Alter: Mit jeder Minute verliebe ich mich mehr in dieses Land. Und ich bin ein Teil davon.

Es ist der zweite Februar 2018. Ein letztes Mal steige ich in den Schulbus, der mich durch die holperigen Straßen und den frühmorgendlichen Verkehr zu Deutschen Schule bringt. Ein letztes Mal winke ich dem Wachposten vor dem Schultor, der wie immer bereitsteht. Und ein letztes Mal betrete ich mein Klassenzimmer, in dem meine Freunde schon auf mich warten.

Nach Schulschluss kommt der unvermeidliche Abschied. Unzählige Umarmungen und Glückwünsche für die Zukunft später, sitze ich mit gepackten Koffern im Taxi zum Flughafen. Ein letztes Mal ziehe ich an den kenianischen Kleinbussen, den Matatus, vorbei.

Im Flugzeug angekommen, kann ich während des Starts die Tränen nicht mehr zurückhalten. In den letzten Monaten ist Kenia zu meiner Heimat geworden, die ich nun zurücklassen muss.

Drei Monate später denke ich jeden Tag an diese Zeit. Nichts hat mich so sehr geprägt wie meine Zeit in Ostafrika. Ich sitze an meinem Schreibtisch mit Blick auf den Jahreskalender der Deutschen Schule.

Im Hintergrund läuft kenianische Musik und neben mir auf einem Regal steht ein Buch. Ein Geschenk von meiner Klasse, mit Fotos und wunderschönen Worten von jedem Einzelnen. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, nehme ich mir das Buch und sehe mir es zum unendlichsten Mal an, mit dem Ergebnis, dass mir noch schwerer ums Herz wird.

Doch was bleibt, ist die Erinnerung an eine wunderschöne Zeit, und das kann mir nun wirklichniemand nehmen. Und am Tag meiner Abreise schreibt mir eine Mitschülerin noch eine Whatsapp- Nachricht: „You´re a part of us…“

Manuel Rechsteiner