deutsch | english

Archiv

2013

28.05.2013
Berufsschnuppertag

2012

25.11.2012
Globall an der DSN

15.06.2012
Lesewettbewerb

12.03.2012
Projektwoche 2012

2011
2010
2009

Aktuelle News

Berufsschnuppertag

Datum 28.05.2013

Am 23.05.2013 fand für die Klassen 5, 6, 8 und 10 ein Berufsschnuppertag statt, an dem die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit hatten, den Arbeitsalltag in verschiedenen Unternehmen, Organisationen und sozialen Einrichtungen kennen zu lernen.

Eine Gruppe von drei Schülern besuchte die Firma Bayer, um sich die Arbeitsabläufe und Produktionsverfahren dort anzusehen. In Gesprächen mit dem Produktmanager Marketing für den Bereich HealthCare, dem Leiter der Zulassungsabteilung sowie dem Leiter der Abteilung Supply Chain erfuhren sie, wie die Produktzulassung in Kenia funktioniert und die Lieferkette bei Bayer organisiert ist.

 

 

 

Ganz andere Erfahrungen machte Melissa Prieske aus Klasse 8, die am Berufsschnuppertag  ein Heim für Straßenkinder besuchte. Hier ist ihr Bericht:

 

„Wir waren zu arm für ein Dach über dem Kopf. Das einzige Geld kam vom Betteln." Dies erzählten mir mehrere Mädchen im Pagani Lutheran Children Centre (PLCC) in Nairobi, Kenia. Dies ist ein Projekt der Kenya Evangelical Lutheran Church, unterstützt von Mission Eine Welt (Bayern), Nordkirche (Norddeutschland), Evangelical Lutheran Church of America und vielen Einzelspendern. Eine Schwedin gründete es im Jahre 1994 bei einem ihrer Besuche in Kenia. Es existierten schon mehrere Projekte wie diese, doch nur für Jungs. Sie entschloss sich also, das Children Centre für Mädchen zu eröffnen, mit dem Motto: „Wir holen Kinder von der Straße".

Es kann aber nicht jeder aus dem PLCC Straßenkinder einfach mitnehmen. Dafür gibt es spezielle Sozialarbeiter, die entsprechend den kenianischen Gesetzen, sich ein bestimmtes Straßenkind aussuchen und es erst mal für ein bis zwei Jahre beobachten. Meist sind die Kinder ausgehungert, werden von ihren Eltern missbraucht oder haben im schlimmsten Fall gar keine Eltern. Bei diesen Fällen zieht das PLCC über die Familie des Kindes ein und versucht es bei einem Verwandten unterzubringen. Wenn das aber nicht klappt nehmen sie das Kind mit sich in das PLCC Heim.

Dieses Heim ist ein großes Haus mit einem großen Garten und sauberem Wasser. Das Haus hat vier Abteilungen mit den Namen gelb, grün, blau und orange. Jede Abteilung hat ein großes Wohnzimmer und Esszimmer, eine Küche, ein Zimmer für die Hausmutter(Erzieherin) und im ersten Stock drei große Zimmer mit je vier Betten und einen großen Tisch für Hausaufgaben. Es können also in einer Abteilung 12 Kinder und eine Hausmutter untergebracht werden.

Als Hausmutter muss man nicht nur schauen, dass die Kinder etwas zu essen bekommen und pünktlich ins Bett kommen. Sie sollen auch mit ihnen über ihre Probleme sprechen und sie wie eigene Kinder behandeln. Um ein Uhr fahren die Hausmütter zu den Kindern in die Schule und servieren Mittagessen. Bis 14.30 Uhr wird gespielt, bis der Bus kommt und die jüngeren Kinder nach Hause fährt. Die großen kommen dann anschließend um 17.30 Uhr zu Fuß ins PLCC Heim.

 

 

Beim Mittagessen interviewte ich eines der älteren und Englisch sprechenden Mädchen des PLCC's.

Veronica erzählte mir, ihr Stiefvater benutzte das Geld, das vom Betteln kam, nicht für ihren Bruder, ihre Mutter und sie. Er verjagte sie, ließ sie tagelang draußen auf der Straße schlafen und kümmerte sich nicht um sie. Als dann ihre Mutter festgenommen wurde (warum wusste Veronica nicht) entschloss PLCC sie aufzunehmen. Veronica erzählte mir auch von ihrem jetzigen Zustand. Sie freue sich auf eine Pflegemutter, viele Freundinnen und eine gute Ausbildungschance. Außerdem vermisse sie ihre Mutter, die vor zwei Wochen an HIV verstorben ist. Zum Schluss fragte ich sie über ihre Ziele und Wünsche: Veronica will Anwältin werden und mit dem Geld ihrem Bruder und den Armen helfen. Wenn Veronica einen Wunsch frei hätte, würde sie sich wünschen, ihre Mutter noch einmal zu sehen.

Nach dem Interview baten mich die kleinen Kinder ihnen eine Geschichte zu erzählen. Ich erzählte ihnen von Rotkäppchen und malte anschließend mit ihnen Flugzeuge Prinzessinnen und weitere Comicfiguren, während andere auf meinem Schoß einen Mittagsschlaf hielten. Zurück im Heim angekommen, sangen die Kinder zwei Lieder für Besucher von der Lutheran World Federation (LWF). Als letztes wurden Bilder gemacht und die Kinder verabschiedeten sich von mir und der LWF.

Melissa Prieske, Kl. 8

[Alle News]