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Life Sciences – Bilanzbericht 2010-2013

Datum 25.06.2013

Zum Ende seiner Lehrtätigkeit an der DSN zieht Karl-Ludwig Schick, Fachleiter für Biologie und Chemie, Bilanz über die Aktivitäten der vergangenen drei Jahre und gibt einen Einblick in den Bereich der Life Sciences.

Im November 2012 moderierte Jörg Pilawa im ZDF unter dem Titel „Was muss ich heute wissen?" den „neuen deutsche Bildungstest". In Zusammenarbeit mit Bertelsmann war ein Fragenkatalog aus vier Themenbereichen erstellt und erprobt worden. Bewusst hat man dabei auf eine Einteilung in klassische Schulfächer verzichtet, denn „Schulbildung" ist nicht unbedingt „Allgemeinbildung".

Die Leitfrage lässt sich leicht auf die Deutsche Schule Nairobi übertragen: Was muss ein junger Mensch heute wissen, um in Deutschland als „gebildet" angesehen zu werden? Wo liegt der Stellenwert der Fächer Biologie und Chemie für diese „Bildung"? Bildung ist ein lebensbegleitender Entwicklungsprozess zur Erweiterung lebenspraktischer, geistiger, kultureller und sozialer Kompetenzen.

Die Fächer Chemie und Biologie leisten einen wichtigen Beitrag für die Erweiterung dieser Kompetenzen in einer immer komplexer werdenden Welt. Die Fachdisziplinen, die für die Gesundheit und Nahrungsversorgung des Menschen wichtig sind, werden unter dem Begriff Life Sciences zusammengefasst. Diese Lebenswissenschaften umfassen u.a. Biochemie, Gentechnologie, Molekularbiologie, Ernährungswissenschaften, Lebensmitteltechnologie, Medizin, Medizintechnik, Pharmakologie, Neurobiologie, Psychologie, Umweltmanagement und Umwelttechnik. Schon diese gekürzte Liste, zeigt die herausragende Bedeutung der Life Sciences für die Bildung.

Was ist in den vergangenen drei Jahren passiert, diese Ziele an der DSN umzusetzen?

Bereits vor Vertragsbeginn machte Herr Schick im Februar 2010 Vorschläge, um die Gefahrstoffverordnung umzusetzen. Sachgerechte Lagerung und Entsorgung von Chemikalien ist die Grundvoraussetzung für Schülerversuche. Mit Hilfe von PASCH-Mitteln konnten 2011 Sicherheitsschränke zur Aufbewahrung von Chemikalien angeschafft werden.

Im Sommer 2010 hatte der neue Chemielehrer die Schule mit Schülerexperimentiersätzen und einer persönlichen Sachspende aus Experimentiermaterial im Wert von 2000,- € versorgt. Seither werden im Unterricht regelmäßig Chemie- und Biologiepraktika durchgeführt. Man mischt dekorative oder pflegende Kosmetika, stellt Farb- und Kunststoffe her, bestimmt den Säuregehalt von Essig oder Weißwein oder misst die Enzymaktivität von Leber und züchtet Bakterien oder untersucht die Temperaturabhängigkeit der alkoholischen Gärung.

Für die Profilaboranten haben Frau und Herr Schick leihweise 30 Labormäntel zur Verfügung gestellt. In der Grundschule fand eine im Schuljahr 2010/11 von Frau Schick angebotene AG zum naturwissenschaftlichen Experimentieren großes Interesse. In den unteren Klassen führen Frau Pichler und Frau Schick regelmäßig Mikroskop-Übungen durch. Das ist oft sehr energiezehrend kann aber, nachdem man die notwendige Disziplin erworben hat, auch für die Lehrer wahnsinnig Spaß machen.

Am Lake Naiwasha wurden von Schülern Wasserproben analysiert, Plankton über ein Video-Mikroskop untersucht und Ökologie praktiziert. Eine Exkursion zum Geothermalkraftwerk Olkaria II konnte organisiert werden. Seit drei Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit mit Dr. Purity vom Archäologischen Institut, die Fachvorträge zur Evolution des Menschen für unsere Oberstufenschüler koordiniert. Das Nationalmuseum mit seinen einmaligen Urmenschenfunden ist Pflichtprogramm für die 12. Klasse. Während der MUN-Woche führen die nicht teilnehmenden Schüler der Klassen 9. und 10. das Experimentalprojekt Sugar and more (Sam) durch. Mit dem fächerübergreifenden Projekt Schokolade konnten Herr Keding und Frau Schick einen Preis des Entwicklungsministeriums für die DSN gewinnen.

Seit dem Workshop der Siemensstiftung an der DSN ist ein kompletter Satz Module der experimento 10+Experimentierbox zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an Auslandsschulen im Einsatz. Ein wichtiger Höhepunkt war bei der letzten Projektwoche eine gelungene Chemie-Show, die alleine von Schülern durchgeführt wurde. Über gute Beziehungen zum Fonds der Chemischen Industrie konnte Herr Schick 2012 eine weitere Spende von 2000,- € zur Anschaffung von Experimentiermaterial erhalten. Das Material ist längst im Einsatz. Über die Exzellenzinitiative 2013 wird derzeit versucht, Fördermittel für die dringend notwendige Renovierung der Biologie-Sammlung und den Ersatz des defekten Abzuges zu erhalten.

Ziel all diese Maßnahmen und Aktivitäten ist die Erweiterung lebenspraktischer, geistiger und sozialer Kompe­tenzen unser Schüler und es bleibt zu hoffen, dass die neuen Biologie- und Chemie-Lehrer im kommenden Schuljahr die begonnene Tradition mit Unterstützung von Vorstand und Schulleitung fortsetzen.

Karl-Ludwig Schick, Fachleiter Biologie und Chemie

 

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