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Menschenaffen-Ausstellung und Vortrag von Dr. Johannes Refisch (GRASP)

Datum 29.11.2017

Bis zum 7. Dezember wird im Spiegelsaal der DSN eine Ausstellung zum Thema „ Menschenaffen – ihr Schicksal ist unseres“ präsentiert. Die Ausstellung zeigt Bilder, die Dr. Johannes Refisch, der das Menschenaffenprogramm der Vereinten Nationen GRASP (Great Apes Survival Partnership) leitet und sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Schutz von Primaten beschäftigt, in Afrika und in Asien geschossen hat.

Am 14.11 und am 22.11 fanden an der DSN dazu Vorträge von Johannes Refisch statt. Gut besucht, nicht nur von den Schülern unserer Schule, sondern auch deren Eltern und Freunden, erwiesen sie sich als interessant und sehr informativ. Obwohl wir in Afrika leben, wissen viele nicht, dass wir Menschen über 98% unseres Erbgutes mit Schimpansen und Bonobos teilen.  Der Fotograf und Biologe führte uns ein in die faszinierende Welt der Primaten, denen er schon 1991 in freier Wildnis begegnete. 

Seitdem widmet er sich dem Schutz der Primaten, deren Bestand außerordentlich bedroht ist. Lebten noch vor 100 Jahren ca. 1 Mio. Menschenaffen auf der Erde, so hat sich diese Zahl mittlerweile auf ca. ein Drittel reduziert. Letztendlich sind wir es, die Menschen, die nächsten Verwandten, die den Lebensraum nachhaltig bedrohen. „Die Welt hat Afrika als Ressourcenlager entdeckt“, so Refisch. Beispielhaft führt er dies anhand der Situation in der Demokratischen Republik Kongo aus. Gold, Diamanten, Coltan, das wir für unsere Handys und Computer brauchen, werden großflächig geschürft. Aber vor allem sind es Holzeinschlag, Holzkohleproduktion und Wanderfeldbau, die den Regenwald enorm zurückdrängen. In Asien sind als Palmölplantagen, die den Lebensraum der Orang-Utans gefährden.

Bei Ebola denken wir immer nur an den Menschen. Wussten Sie, dass durch das verheerende Ebola-Virus auch zehntausende Gorillas und Schimpansen sterben mussten ?

Seit Anfang der 90er Jahre ist der Schutz der Menschenaffen sein Thema. Damals arbeitete er als Praktikant im Kahuzi-Biega Nationalpark im Ostkongo. Um mehr als 80% ist die Gorillapopulation dort zurückgegangen, was hauptsächlich den bis heute anhaltenden Kriegswirren geschuldet werden muss.

Seit 2001 arbeitet er bei der unter dem Schirm von UNEP angesiedelten GRASP. In allen 23 Ländern unserer Erde, in denen sich heute noch Menschenaffen finden, wird versucht, dieses einzigartige Tierschutzprogramm umzusetzen. Beispielhaft dafür ist die Ausbildung von Wildhütern im Kongo, um die illegale Jagd auf Gorillas zu bekämpfen.

Erfolgreich ist man nur durch internationale Koordinierung, so Dr. Refisch.  Aber auch ohne die Einbindung der einheimischen Bevölkerung ist den Bemühungen kein Erfolg beschieden. Ressourcenschonende Einkommensmöglichkeiten zur Existenzsicherung müssen geschaffen werden – ein weites Feld. „Green economy“ ist ein weiteres Schlagwort, das Refisch verwendet. Nachhaltiges Wirtschaften unter Berücksichtigung von Klimaschutz. Dazu bedarf es einer mutigen Umwelt- und Entwicklungspolitik und…viel Geld. Nur so besteht die Chance, das Aussterben der Menschenaffen zu verhindern, so das Credo von Dr. Refisch.

Text: Ewa Kühne

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