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Lesung mit Valerie Fritsch

Datum 22.05.2018

Nach dem Besuch der österreichischen Autorin Valerie Fritsch haben die Schüler der 10. Klasse sich im Verfassen von Rezensionen versucht. Anbei Beispiele von Nils und Kena

Fehlgeburten in Einweckgläsern

Es ist kalt. Es regnet. Eine düstere Stimmung entsteht, perfekt für Valerie Fritsch, welche am 13.03.2018 an die DSN kam, um aus ihrem mit dem Bachmannpreis ausgezeichneten Roman „Winters Garten“ vorzulesen. Dieser beschreibt eine Zukunft, in welcher die Welt kurz vor dem Untergang steht. Der Hauptprotagonist Anton Winter verliebt sich jedoch in dieser kurzen Zeit zum ersten Mal.

Valerie Fritsch las die ausgesuchten Textstellen in einer sehr freudlosen und monotonen Tonlage vor, was ungemein gut zu dem dystopischen Roman passte. Sie schafft es, durch ihren besonderen Schreibstil eine Welt zu erschaffen, von der sich jeder sein eigenes Bild machen kann. Manchmal erscheinen einige Textstellen etwas übertrieben dargestellt und in die Länge gezogen, was allerdings auch vom jeweiligen Zuhörer abhängt. In dem Roman wird Antons Kindheit sehr detailliert beschrieben, u.a. als er in einer Speisekammer steht und die Fehlgeburten in Einweckgläsern von seiner Großmutter betrachtet, weil er die Netze aus Venen und kleinen Adern so faszinierend findet. Interessant ist hierbei, dass Valerie Fritschs Großmutter wirklich ihre Fehlgeburten in Einweckgläsern aufbewahrt hat. Ich persönlich fand es sehr erstaunlich, dass Valerie Fritsch auf jede Frage aus dem Publikum oder von den Moderatoren ehrlich geantwortet hat, zum Beispiel, dass sie von Romanen bis zu Sexbüchern fast alles gerne liest.

Alles in allem eine interessante Lesung, da Valerie Fritsch eine Person ist, die schon viel erlebt hat. Sie hätte die Fragen vielleicht noch etwas lebhafter beantworten können, denn die Stimmung im Raum hat wohl mehr zu dem Roman gepasst als zu einer Lesung.

Nils, Klasse 10

“Winters Garten“ und Kenias Regen.

Als ich zum ersten Mal einen Abschnitt aus „Winters Garten“  gelesen habe, war ich schockiert. Ich konnte nicht verstehen, warum jemand ein Buch, das von Fehlgeburten in Gläsern handelt, lesen wollen würde. Ich selbst wäre nie auf dieses Buch gestoßen, aber nachdem wir es im Unterricht behandelt haben, hatte ich ein gewisses Interesse an dem Roman und der Autorin. Valerie Fritsch ist eine 28-jährige österreichische Schriftstellerin und Fotokünstlerin. Sie wurde mit „Winters Garten“ berühmt und hat dafür mehrere Auszeichnungen erhalten. Der Roman konzentriert sich auf das Leben von Anton Winter, einem Jungen, der in einer dystopischen Zukunft aufwächst. 

 Am 13. März 2018 war Frau Fritsch Gast bei einer Lesung an unserer Schule und hat mehrere Ausschnitte aus ihrem Buch vorgestellt sowie Fragen der Moderatoren und des Publikums beantwortet. Die Lesung begann wegen des Regens etwas später und viele der Teilnehmer kamen klatschnass an. Der Regen war aber perfekt, weil er zur düsteren  Stimmung des Buches passte. Obwohl die Moderatoren zu Beginn der Lektüre etwas schüchtern waren, konnten sie sich schnell in der Situation zurecht finden. Ich glaube, dass die monotone Stimme der Autorin jedem erlaubte, über ihren poetischen Stil nachzudenken. Da Valerie Fritsch bestimmte Wörter nicht unterschiedlich betonte, musste der Zuhörer auf jeden Satz achten und ihn analysieren. Die Zuschauer waren auch sehr engagiert und stellten nicht nur Fragen zu  den Veröffentlichungen, sondern auch darüber, wie man Autorin werden kann und ob es Inspirationen aus der literarischen Gemeinschaft gibt.

Man mag es kaum glauben, aber meine Ansichten zum Buch haben sich geändert und  ich möchte es nun einmal lesen. Ich würde dieses Buch denjenigen empfehlen, die einen langsamen Aufbau und prosaische Erzählungen mögen.

Kena, Klasse 10

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