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Deutsches Kulturfestival

Datum 13.06.2018

Zum 24. Deutschen Kulturfestival lud am 26. Mai das Goethe Institut zusammen mit der MOI Forces Academy Nairobi Schulen aus ganz Kenia ein, um mit ihren Deutschklassen dieses Event zu begehen. In vier verschiedenen Disziplinen konnten die rund 40 Schulklassen gegeneinander antreten.

Dabei standen zur Auswahl das Singen deutscher Kinderlieder, das Aufsagen deutscher Kindergedichte, das Interpretieren eines deutschsprachigen Songs als Rap und eine Theateraufführung eines deutschen Märchens oder eines selbstverfassten Theaterstücks, in denen es schwerpunktmäßig um Modalverben oder Antonyme gehen sollte.

Jeder dieser Disziplinen stand ein 4-köpfiges Juroren-Team vor. Ilja Burchard und ich waren als Freiwillige der DSN eingeteilt worden für die Märchenaufführungen und Rap-Interpretationen.

Nach der obligatorischen anfänglichen Desorientierung und der offiziellen Begrüßung war ich fasziniert von der unkomplizierten Organisation seitens der Schule und des Goethe Instituts. Gemessen an der großen Menge der anwesenden Schüler und dem damit einhergehenden Geräuschpegel lief das Festivals unkompliziert und geradezu reibungslos ab. Die Schule erwies sich zudem als guter Gastgeber, sehr hilfsbereit und zuvorkommend.
    

Allgemein herrschte eine gelöste und fröhliche Atmosphäre. Die Rap-Competition lief ca. von 12 - 16.45 Uhr. Unser gesamtes Jurorenteam, bestehend aus Lehrern der teilnehmenden Schulen und mir, hatte viel Spaß daran, die einzelnen Teenager-Gruppen bei ihren Auftritten zu sehen und zu bewerten.

Egal wo man ist, Teenies verhalten sich auf Schulveranstaltungen immer in wiedererkennbaren Mustern. Mal ganz ehrgeizig, mal zum Schreien komisch, mal sehr professionell, aber auch mal sehr improvisiert bis lustlos. Ich fühlte mich an meine eigene Schulzeit erinnert, an mal mehr - mal weniger gelungene – aber vielleicht gerade deswegen lustige und erinnerungswürdige Schulaufführungen.



Die größte Schwachstelle der meisten Gruppen, würde ich sagen, war die deutsche Aussprache. Mal mehr - mal weniger schwer hörte man entweder eine starke Färbung der lokalen oder der englischen Sprache. Das Zuhören war nicht immer einfach.
Dennoch, zu rappen in einer Fremdsprache ist schwer, besonders, wenn man sie noch nicht auf einem muttersprachlich-ähnlichen Niveau beherrscht. Die Songs waren von Haus aus deutsche Popsongs und schwer als Rap zu interpretieren, das vorhandene Versmaß passte für diesen Stil nicht wirklich. Das alles machte die Sache zu einer Mammutaufgabe, die aber von den allermeisten mit Bravour gemeistert wurde.

Was mich am meisten berührt hat, waren zum einen die vielen selbstbewussten und funkensprühenden Auftritte und das auch noch in einer im Schulunterricht erlernten Sprache. Ich glaube, ich hätte mir eine solche Performance nach drei Jahren Schulfranzösisch nicht zugetraut. Zum anderen herrschte vorrangig eine aufbauende und fröhliche Stimmung unter den Schülern, die nicht nur ihre eigenen Teams anfeuerten, sondern alle Auftritte bejubelten.

Nachdenklich wurde ich nach Gesprächen mit den kenianischen Lehrern aus meinem Jurorenteam. Allgemein scheint mir, dass die Lehrerausbildung in Kenia qualitativ noch sehr ausbaufähig ist. Die Möglichkeit für Lehramtsstudenten, die deutsche Sprache durch regelmäßige Studienreisen nach Deutschland zu stärken und aktiv im deutschsprachigen Umfeld anzuwenden, ist für die meisten eine nicht zu überwindende finanzielle Hürde. Sind sie dann im Beruf, sind Sprachreisen ebenfalls durch das geringe Einkommen kaum realisierbar.




Zudem sei es schwer, an gutes Schulmaterial zu kommen, mit dem man an kenianischen Schulen (also Swahili- deutsch) Deutsch als Fremdsprache unterrichten könne. Ein Blick in ein solches Schulbuch hat gereicht, um mir zu zeigen, dass der methodische Ansatz sehr veraltet ist (der eine oder andere würde sich mit Schrecken an seinen Lateinunterricht erinnert fühlen) und die Lehrer didaktisch nicht in dem Maße unterstützt werden, wie wir es von deutschen Schulbuchverlagen her kennen.

Umso mehr bin ich beeindruckt von hiesigen Lehrern, die nicht unter den besten Voraussetzungen es trotzdem vermögen, ihre Schüler so weit zu bringen. Davor ziehe ich den Hut.

Ein Erfahrungsbericht von Francisca Cernicky

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