2.10.20: Brief der Schulleitung

Nairobi, den 2. Oktober 2020

Vielleicht, eventuell, vorbehaltlich, bald, in Kürze,
voraussichtlich, jederzeit, demnächst, möglicherweise,
gegebenenfalls, womöglich, allenfalls, unter Umständen,
vermutlich, je nachdem, möglichenfalls, wenn es geht…
Die Reihe ließe sich fortsetzen. Es gibt viele Wörter, um etwas
Unbestimmtes auszudrücken, um zu sagen, dass etwas
gerade nicht möglich ist.
Meine Schreiben an Sie, liebe Eltern, und euch, liebe SchülerInnen, sind geprägt von
Eventualitäten. Ich wünschte, es wäre anders, ich wünschte, aufgebaute Hoffnungen
würden sich erfüllen. Was uns im Moment vereint, ist die Enttäuschung. Wir waren so kurz
davor und wieder ist aus der Schulöffnung nichts geworden. Erneut werden wir vertröstet.
Die Sprache macht es möglich, alles vage zu halten.
Die offiziellen Verkündigungen schließen nichts aus. Gestern ist in einem Treffen der
Internationalen Schulen gesagt worden, dass Ende Oktober mit einer Öffnung zu rechnen
sei. Vielleicht, womöglich, unter Umständen ist das so. Auf eine Schulöffnung sind wir
vorbereitet, haben sicherlich an viel, aber nicht an alles gedacht, werden Schwachstellen
aufdecken und verbessern.
Ab und an dringen in diesen Tagen Kinderstimmen in mein Büro und es dauert einen
Moment, sie zu verorten. Tatsächlich, Erstklässler auf dem Spielplatz, Abiturienten auf
Bänken, SchülerInnen in der Schule. Das Selbstverständliche hat die
Selbstverständlichkeit verloren.
Ich sehe dem Tag entgegen, an dem wir Ihnen und euch ganz viele Mails und seitenweise
Anleitungen, Hinweise, Informationen, Erklärungen zur Schulöffnung zusenden und alle
darüber stöhnen werden. Vielleicht, gegebenenfalls, wenn es geht, nach den Ferien
oder im November oder Januar oder…
Es wünscht Ihnen und euch ein sonniges Wochenende, eine gute Woche 7 und erholsame
Herbstferien
Sibylle Seite
Schulleiterin

Nairobi, 2 October 2020

Perhaps, possibly, maybe, soon, shortly, probably, anytime soon, presumably,
apparently, all things considered, likely…
The series could be continued. There are many words to express something indefinite, to
say that something is just not possible.
My letters to you, dear parents, and to you, dear students, are marked by
contingencies. I wish it were different, I wish that built up hopes would be fulfilled. What
unites us at the moment is disappointment. We were so close and again nothing has
come of the school opening. Once again we are put off. Language makes it possible to
keep everything vague.
The official proclamations exclude nothing. Yesterday, at a meeting of the International
Schools, it was said that an opening of the schools can be expected at the end of
October. Perhaps, possibly, under certain circumstances, that might be the case. We
are prepared for a school opening, we have certainly thought of a lot, but not everything,
we will discover weaknesses and improve.
Every now and then these days, children’s voices enter my office and it takes a moment
to locate them. Indeed, first graders on the playground, Abiturienten on benches, pupils
at school. What we think is obvious obviously is not obvious.
I’m looking forward to the day when we’ll send you a whole lot of e-mails and pages of
instructions, tips, information, explanations about opening the school and everyone will
sigh about it. Maybe, if possible, after the holidays or in November or January or…
I wish you a sunny weekend, a good week 7 and a relaxing autumn holiday.
Yours sincerely,
Sibylle Seite
Principal

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