22.11.20: Brief der Schulleitung

Nairobi, den 22. November 2020

Liebe Eltern des Kindergartens und der Schule, liebe SchülerInnen der Klassen 5 bis 12,
12 Wochen sind seit dem Schuljahresbeginn vergangen, drei Monate – das ist eine lange Zeit.
Viele Stunden sind vor dem Bildschirm verbracht worden, zu wenige mit Spielkameraden,
Freunden, MitschülerInnen. Auch uns Mitarbeiterinnen fehlt das Zusammensein und es ist schön,
in das Lehrerzimmer zu kommen und tatsächlich KollegInnen anzutreffen.
Wie Sie und ihr wisst, hätten wir im Oktober gerne mehr SchülerInnen in die Schule geholt. An
Bemühungen hat es nicht gefehlt, aber da es im deutschen Schulsystem kaum Prüfungen gibt,
was das ausschlaggebende Kriterium war, wurden unsere Anträge abgelehnt. Alle
Argumentationen und Erklärungen zum deutschen Schulsystem und vorhandenen
Übergangsklassen blieben erfolglos. Das ist um so ärgerlicher, da wir beobachten, dass für
andere internationale Schulen scheinbar andere Regeln gelten.
Nun sind es noch drei Wochen bis zu den Weihnachtsferien, der Endspurt in unserem Marathon.
Die Ziellinie sind die Ferien und das neue Jahr. In dem, so die Verfügung vergangener Woche,
dürfen alle Lerner der internationalen Schulen (das schließt den Kindergarten mit ein) zum
Präsenzunterricht zurückkehren. Inzwischen bin ich vorsichtig geworden, was diese
Ankündigungen betrifft. Unsre Planungen basieren jedoch erneut auf den gemachten Äußerungen.
Wenn im Januar die Schulen geöffnet werden, ward ihr SchülerInnen neun Monate nicht in der
Schule. Das ist eine lange Zeit und die Schule wird nicht die sein, die ihr im März verlassen habt.
Auch das Virus wird es im Januar noch geben, ein Impfstoff vermutlich noch nicht verfügbar sein
und wir alle müssen alles dafür tun, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten.
Wir wollen, dass ihr, Sie und wir gesund bleiben.
Dieses Ziel hat oberste Priorität, deshalb haben wir uns für eine gestaffelte Rückkehr entschieden.
Vier Wochen lang wird es einen Übergang geben, so wie wir ihn für Oktober angedacht hatten.
Ungefähr die Hälfte der SchülerInnen ist anwesend, die andere Hälfte lernt zu Hause, das
sogenannte Hybrid-Model. Die Klassen 10-12 und die neuen Stipendiaten werden durchgehend in
der Schule sein. Nach den Ferien kommt also die Gruppe A in die Schule, danach die Gruppe B,
das ganze wird dann wiederholt. In dieser Zeit müssen sich alle Beteiligten mit den
Gegebenheiten vor Ort vertraut machen, unbedingt die Vorschriften einhalten, ihre
Pausenbereiche kennenlernen, die ausgeschriebenen Tische beim Mittag einnehmen, die
Busregeln beachten. Das ist leider nicht so einfach, wie es klingt.
Nicht alle werden mit dieser Entscheidung einverstanden sein – einigen geht es zu schnell, sie
haben Ängste und Sorgen, anderen geht es nicht schnell genug. Zusammen tragen wir viel
Verantwortung für die Gesundheit unserer Gemeinschaft und die Bildung unserer Kinder. Es ist
und bleibt ein Balanceakt und ein unbekanntes Terrain, für das es keine Karte gibt, das wir
erkunden, in dem wir uns zurecht finden müssen.
In der ersten Dezemberwoche erhalten Sie und ihr von uns erneut alle Details und Unterlagen zum
Schulbeginn im Januar, die auch auf der Homepage abrufbar sind. Kurz vor Schulbeginn schicken
wir eine Erinnerung oder auch Entscheidungen aufgrund neuer Entwicklungen.
Liebe SchülerInnen, ich wünsche euch viel Ausdauer für die kommenden drei Wochen, die
erfahrungsgemäß anstrengend sind. Ihnen, liebe Eltern, wünsche ich Kraft und Geduld bei der
Unterstützung Ihrer Kinder. Uns allen ist bewusst, dass jede/r sehr viel leistet. Lassen Sie uns
zusammen ins Ziel einlaufen, um uns danach auf den nächsten Wettkampf vorzubereiten.
Mit den allerbesten Grüßen
Sibylle Seite
Schulleiterin

Dear parents of the kindergarten and the school, dear students of grades 5 to 12,
12 weeks have passed since the start of the school year, three months – that is a long time. Many
hours have been spent in front of the screen, too few with playmates, friends, classmates. We
staff members also lack togetherness and it is nice to come into the teachers‘ room and actually
meet colleagues.
As you all know, we would have liked to get more pupils into the school in October. There was no
lack of effort, but as there are hardly any exams in the German school system, which was the
decisive criterion, our applications were rejected. All arguments and explanations about the
German school system and existing transition classes were unsuccessful. This is even more
annoying as we observe that apparently different rules apply to other international schools.
Now there are three weeks left until the Christmas holidays, the final sprint in our marathon. The
finish line is the holidays and the New Year. In the New Year, according to last week’s
announcement, all learners of the international schools (including the kindergarten) will be allowed
to return to face-to-face classes. In the meantime I have become cautious about these
announcements. Our plans are once again based on what has been said.
When the schools open in January, you will have been absent from school for nine months. That is
a long time and the school will not be the one you left in March. The virus will also still be around
in January, a vaccine will probably not be available yet and we all have to do everything possible
to keep the risk of infection as low as possible. We want you and us to stay healthy.
This is our top priority, which is why we have decided to phase out the return. For four weeks
there will be a transition, as we had planned for October. About half of the pupils will be present,
the other half will study at home, the so-called hybrid model. Grades 10-12 and the new
scholarship students will be at school throughout. So after the holidays, group A will come to the
school, then group B, and the whole thing will be repeated. During this time, all participants must
become familiar with the local conditions, make sure they comply with the regulations, get to
know their break areas, take the posted tables at lunch, observe the bus rules. Unfortunately this
is not as easy as it sounds.
Not everyone will agree with this decision – some will say we go too fast, they have fears and
worries, others will say we do not go fast enough. Together we have a lot of responsibility for the
health of our community and the education of our children. It is and will remain a balancing act
and an unknown territory for which there is no map to explore, a terrain in which we must find our
way.
In the first week of December you will again receive from us all the details and documents for the
start of school in January, which can also be found on the homepage. Shortly before the start of
school, we will send you a reminder or even decisions based on new developments.
Dear students, I wish you much energy for the next three weeks, which experience has shown to
be exhausting. I wish you, dear parents, strength and patience in supporting your children. We are
all aware that everyone is doing a great deal. Let us finish the marathon together and prepare for
the next challenge.
With the very best regards,
Sibylle Seite
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