Erfahrungsbericht: Jannik Kiehling

Zu Beginn ist es mir wichtig zu erwähnen, dass meine drei Monate Aufenthalt an der DSN nicht ganz unter normalen Bedingungen stattgefunden haben, denn es ist nicht selbstverständlich während einer weltweiten Pandemie in eine andere Region der Erde zu reisen und die dortige Kultur zu erleben. Das ging natürlich nicht ganz ohne Einschränkungen. Auf zwei Quarantänen, den Wechselunterricht zu Beginn sowie die geschlossene Schule und die Reisebeschränkungen zum Schluss hätte ich auch verzichten können. Dennoch hat sich das alles gelohnt für die Erfahrungen, die ich sammeln konnte und für die Leute, die ich kennenlernen dürfte. Zudem wurde an der Schule versucht unter Einhaltung der Regeln ein wenig Normalität zu erhalten. Sei es die Einschulung der neuen StipendiatInnen, der alljährliche Schwimmwettbewerb oder die Tatsache, dass ich als Praktikant vor Ort sein konnte.
Dabei hatte ich zwei vorgegebene Aufgaben. Zum einen tägliche Pausenaufsichten und teilweise die Betreuung der neuen StipendiatInnen, also kenianische Kinder, die zunächst ein Jahr lang sehr viel Deutsch lernen und außerdem in den Fächern Mathe und Sport bereits in ihre zukünftige Klasse integriert werden, was insofern faszinierend war, als dass sich die jeweiligen SchülerInnen zu Beginn beeindruckend schnell sozial sowie sprachlich weiterentwickeln und man dann auch in Mathe ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten immer besser erkennt.
Während meinem Praktikum habe ich im dafür vorgesehenen Praktikantenhaus, welches sich direkt auf dem Compound befindet, gewohnt. Von zum Anfang einer weiteren Mitbewohnerin wuchs unsere Wohngemeinschaft im Laufe der Zeit auf sechs Personen an. Das bringt den Vorteil, dass man sich bei schulischen und organisatorischen Fragen unterstützt und darüber hinaus eine Gruppe hat, mit der man viel unternehmen kann, also in unserem Fall zum Beispiel den Masai Market besuchen, den nahegelegenen Karura Forest erkunden oder ein Wochenendtrip an den Lake Naivasha. Ich schreibe diesen Text knapp einen Monat nach meiner Rückreise und ich vermisse euch!
Grundsätzlich kann ich nur empfehlen am Wochenende und in den Ferien rauszugehen. Theoretisch hat man auf dem Compound fast alles, was man zum Leben braucht und wenn etwas fehlt bekommt man es meistens auf der anderen Straßenseite im Village Market, einem Einkaufszentrum mit vergleichsweise hohen Standards. Jedoch gibt es in Nairobi und in der Umgebung so viel zu entdecken. Man kann kulturell neue Perspektiven erlangen und die Natur erscheint nicht nur beeindruckend, sondern auch sehr abwechslungsreich. Ich komme auf jeden Fall wieder!

Jannik Kiehling

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